Vereinschronik

Schon zu Beginn der Zwanziger Jahre wurde in Tomerdingen das Fußballspiel von fußballbegeisterten jungen Männern aufgenommen. Nach einigen Jahren ließ das Interesse am Fußballspiel etwas nach, und aus dem Fußballverein entstand ein Turnverein. Im Jahre 1929 wurde dann von drei jungen, begeisterten Fußballidealisten erneut ein Fußball beschafft. Die kleine Gruppe versuchte weitere Kameraden für das Fußballspiel zu gewinnen, um einen Verein gründen zu können. Dies ist überraschend schnell gelungen und bei der Gründung am 1. Juli 1929 waren es immerhin schon 14 Mitglieder, so dass das Mannschaftsspiel mit einer kompletten Fußballmannschaft aufgenommen werden konnte. Dem neu gegründeten Club wurde der Name "Jugendsportverein" gegeben. Das Amt des Vorstandes wurde dem Gründungsmitglied Otto Glöggler übertragen, dem als Kassierer und Schriftführer Karl Glöggler und Spielführer und Ballwart Georg Heim zur Seite standen. Gar bald wurde dann der Wettspielbetrieb aufgenommen. Bereits im Jahre 1929 wurden vier Spiele ausgetragen, die mit drei Siegen und einer Niederlage endeten. Im Jahre 1930 wurden 12 Spiele ausgetragen - es waren außer einem Pokalspiel durchweg Freundschaftsspiele. Bei diesem Pokalspiel am 7. September 1930, beim Pokalturnier der benachbarten Sportfreunde Dornstadt, gingen wir als Pokalsieger hervor. Groß war die Freude des so jungen Vereins über diesen Erfolg.

Die erste Generalversammlung fand am 20. September 1930 im Gasthaus "Rößle" statt, wobei erstmals die Vorstandschaft gewählt wurde. Erster Vorstand wurde Paul Schneider, zum zweiten Vorstand wurde Anton Groner gewählt. Bei Schriftführer und Kassierer sowie beim Spielführer gab es keine änderung. Als Ausschussmitglieder wurden neben den Vereinsfunktionären noch Georg Heim und Franz Rehm gewählt.

Der Verein machte gute Fortschritte und auch die Mitgliederzahl stieg beachtlich, so dass schon im November 1930 der Spielbetrieb mit zwei Mannschaften weitergeführt werden konnte. Im Februar 1931 wurde dann der DJK -"Deutsche Jugendkraft" beigetreten und danach begann ein geordneter Verbandsspielbetrieb. Die 1. Mannschaft wurde bereits im Jahre 1932 Meister in ihrer Gruppe. Beim Entscheidungsspiel um die B - Klassen - Meisterschaft gegen Untersulmetingen in Dellmensingen ging unsere Mannschaft als anständiger Verlierer vom Platz.

Nach der Machtübernahme durch die NSDAP im Jahre 1933 wurde der Jungmännerverein und mit ihm auch die Fußballabteilung des DJK aufgelöst, so dass der Fußballsport für einige Jahre zum Erliegen kam. Im Spieljahr 1936 / 37 wurde erstmals wieder eine Fußballmannschaft zusammengestellt, die dem Fußballgau Württemberg, Bezirk Ulm, zugeteilt wurde. Kaum hatte die junge Mannschaft sich an die Fußballstiefel gewöhnt, wurde durch den Kriegsausbruch im September 1939 auch der Fußballverein hart getroffen, als so mancher junge Sportler zu den Waffen gerufen wurde. Viele gute Kameraden sind auf dem Felde der Ehre geblieben und haben eine große Lücke in den Reihen des Sportvereins hinterlassen.

Doch auch die harten Kriegs- und Nachkriegsjahre konnten nicht verhindern, dass das geliebte Fußballspiel von den Zurückgekehrten bald wieder aufgenommen wurde. In einer Gruppe mit Dornstadt, Westerstetten und Langenau zusammen wurde mit dem Verbandsspielbetrieb begonnen. Langenau errang den ersten Meistertitel nach dem Kriege, Tomerdingen wurde Vizemeister.

Im Herbst 1946 wurde dann wieder ein normaler Verbandsspielbetrieb mit den neu zusammengestellten Mannschaften der Nachbargemeinden aufgenommen. Der Sportverein Tomerdingen nahm ununterbrochen am Spielbetrieb des Bezirks Donau - lller teil, außerdem an vielen Pokalturnieren. Schwierigkeiten bereiteten zu dieser Zeit lediglich die Fahrtmöglichkeiten. Doch auch dies wurde überwunden, sei es zu Fuß oder mit zusammengebastelten Fahrrädern und etwas später dann mit dem Holzgasomnibus.

Im Jahre 1952 war die erste Meisterschaft fällig. Die erste Mannschaft errang die Meisterschaft der damaligen A-Klasse. 1953 wurde von Verbandsseite eine Neueinteilung der einzelnen Klassen vorgenommen. Die A-Klassenstaffel wurde in die B-Klasse umgewandelt. Schon im ersten Jahr nach der Umgruppierung wurde die erste Mannschaft Meister der B- Klasse. Im Juni 1954 feierte der Sportverein sein 25-jähriges Bestehen, dem dann im Juni 1959 das 30-jährige Vereinsjubiläum folgte. Bei beiden Jubiläumsveranstaltungen wurden neben den Festveranstaltungen auch Pokalturniere durchgeführt.

Wie überall im Leben, so geht es auch im Fußball. Nach sonnigen, freudvollen folgten weniger angenehme Tage, denn der ersten Mannschaft blieb der schicksalhafte Abstieg aus der B-Klasse nicht erspart. Ja, es kam soweit, dass man um die Aufstellung einer ersten Mannschaft für die C-Klasse besorgt sein musste. Doch die Idealisten schafften das Wunder und stellten unter großen Schwierigkeiten eine erste Mannschaft zum Verbandsspielbetrieb.

Nach Regen folgte gar bald wieder Sonnenschein. Zum 40-jährigen Vereinsjubiläum brachte die erste Mannschaft dem Verein das schönste Festgeschenk. Sie wurde nach beständigen Leistungen das ganze Spieljahr hindurch Meister der C-Klasse Alb-Ost mit einem Vorsprung von sechs Punkten und hat sich wieder das Recht erworben, in die B-Klasse aufzusteigen.

Vom 14. bis 16. Juni 1969 konnte dann das 40-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden. Im Festzelt am Ortsrand auf der Wiese von Franz Settele herrschte an diesen drei Tagen regelrechte Volksfeststimmung. Beim Festabend durfte der damalige 1. Vorsitzende Hans Hörsch die Gründungsmitglieder Georg Glöggler, Karl Glöggler, Otto Glöggler, Anton Groner, Georg Heim und Paul Schneider zu Ehrenmitgliedern des Sportvereins ernennen. Viele Gäste aus nah und fern bekundeten durch ihren Besuch die Verbundenheit mit dem Sportverein.

Die 1. Mannschaft musste 1970 nach einjähriger Zugehörigkeit zur B-Klasse leider wieder absteigen, denn am Ende fehlten einige Punkte zum Klassenerhalt.

Im Jahre 1974 waren auch die Fußballspieler wieder am Ziel ihrer Träume. Im Endspurt der Spielrunde konnte sowohl die Reserve- wie auch die erste Mannschaft den Meistertitel erringen und somit wieder in die B-Klasse aufsteigen. Ein lang ersehnter Wunsch der Fußballer, einen Platz in Ortsnähe zu bekommen, wurde im Sommer 1974 Wirklichkeit. Vom 8. bis 10. Juni 1974 konnte die Einweihung des neuen Sportplatzes gefeiert werden. Ein Festzelt neben dem Platz sorgte für gute Stimmung, wenn auch am Montagabend die Feuerwehr nach einem Gewitterregen das teilweise überschwemmte Zelt leer pumpen musste.

Im Januar 1975 wurde die Frauen-Gymnastikabteilung in den Verein aufgenommen, welche sich in den Jahren zu einer Jugend- und Kinderabteilung ausweitete. Diese Abteilungen wurden zu einem festen Bestandteil im Vereinsleben, wenn auch die Übungsmöglichkeiten räumlich doch sehr beengt sind.

Erstmals in der Vereinsgeschichte trat am 27. 5.1978 eine Damen - Fußballmannschaft in der Öffentlichkeit auf. In einem Einlagespiel für das Brunnenfest des Hallenbad-Fördervereins Dornstadt spielten sie gegen die Damen aus Dornstadt 2:2.

Nach vielen Jahren der Planung und Vorbereitung konnte am 2.6.1978 mit dem Aushub der Baugrube für das Vereinsheim begonnen werden. Durch Eigenleistungen der vielen freiwilligen Helfer des Vereins konnte dann schon am 11. November 1978 das Richtfest gefeiert werden.

Durch den unermüdlichen freiwilligen Einsatz vieler Vereinsmitglieder ging der Bau schnell voran. Der Rohbau mit der dazugehörenden Kegelbahn machte große Fortschritte. Der Innenausbau wurde im Herbst und Winter 1980 durchgezogen. Mit der offiziellen Einweihung durch den damaligen Vorsitzenden Josef Rißler wurde ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte gesetzt.

Dieses Haus bildet seither den Mittelpunkt des Vereinslebens des SV Tomerdingen. Neben einer Heimat für den Verein wurde auch ein wirtschaftlicher Faktor als Basis für die kommenden Jahre geschaffen.

Im Jahre 1982 wurde die Mehrzweckhalle in Tomerdingen fertiggestellt. Damit wurde dem Verein die Möglichkeit gegeben, das Angebot für die Vereinsmitglieder zu erweitern. Die Gründung neuer Abteilungen vergrößerten die Vereinsbasis. Die neu gegründete Tischtennisabteilung beteiligt sich seit Beginn an der jeweiligen Verbandsrunde, während unsere Freizeit-Volleyballabteilung mehr dem Breitensport zugetan ist.

Im Jahre 1988 freute sich der Verein mit unseren Fußballdamen über den Meistertitel in der Kreisliga.

Als Vizemeister der Kreisliga B Alb qualifizierten sich 2001 unsere Fußballer für das Relegationsspiel gegen den Vorletzten der Kreisliga A. In einem spannenden und nervenaufreibenden Spiel setzte sich unsere Mannschaft gegen den TSV Berghülen in der Verlängerung mit 1:0 durch. Anschließend wurde der Aufstieg in die Kreisliga A Alb in einem Bierzelt am alten Sportplatz zwei Tage lang gefeiert.
Nach drei Jahren Kreisliga A konnte in der Saison 2004/2005 der Abstieg nicht verhindert werden. Fortan spielt der SVT derzeit wieder in der Kreisliga B Alb.

Leider musste die Tischtennisabteilung zum 1.März 2005 wegen Spielermangels aufgelöst werden.

Im Jahr 2004 feierte der SVT sein 75-jähriges Jubiläum. Der offizielle Festabend mit Ansprachen und Ehrungen fand am 27. März in der Mehrzweckhalle statt. Weiter gingen die Feierlichkeiten vom 25. bis 27. Juni im Festzelt mit Festgottesdienst und abschließendem Festumzug.

In der Saison 2006/2007 belegten die Fußballer den 2. Tabellenplatz in der Kreisliga B und trafen in der Relegation auf den SV Suppingen. Das Spiel wurde in Bermaringen mit 1:0 gewonnen, was den erneuten Aufstieg in die Kreisliga A bedeutete.

Wegen Spielermangels wurde die Reservemannschaft in der Winterpause 07/08 vom Spielbetrieb abgemeldet.